Trauermücke

Trauermücken

Trauermücken befallen unter anderem gern Topfpflanzen und fressen deren Wurzeln an, sodass Pilze die Pflanze befallen können. Die Pflanzen wachsen nicht mehr gesund und können sogar verkümmern.

Trauermückenweibchen legen jeweils bis zu 200 Eier – also ist schnelles und entschlossenes Handeln geboten!

Wenn du deine Pflanzen vor lebenslangen Schäden retten willst, solltest du schnell und effektiv gegen Trauermücken vorgehen. Das kann im Extremfall heißen, dass du sowohl die fliegenden Insekten als auch ihre Larven bekämpfst.

Die Besten Mittel gegen Trauermücken zusammengefasst

Willst du schnell Abhilfe? Dann halte dich an die folgenden Tipps:

  1. Schnelle Bekämpfung

    Trauermücken kann man auf Gelbstecker-Klebefallen locken, deren Farbe die Insekten von den Pflanzen ablenkt.

  2. Vorbeuge

    Wir holen uns mehr Insekteneier über billige Blumenerde ins Haus als wir denken. Gute Blumenerde kann dem Befall vorbeugen. Dasselbe gilt natürlich für billige Topfpflanzen.

  3. Langzeitschutz: Fressfeinde für die Larven

    Man kann bei dauerhaftem Befall Fressfeinde der Trauermückenlarve aussetzen. Die suchen sich die Larven selbst und vertilgen sie. Das könnte effektiver sein als die Bekämpfung mit Bakterien.

  4. Langzeitschutz: Larven tötende Bakterien

    Eher für Wintergärten oder befallene Landflächen geeignet: mit Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis die Erde für Trauermückenlarven ungenießbar machen.


Trauermücken erkennen

Trauermücken und Fruchtfliegen verwechseln wir schnell. Wie erkenne ich den Unterschied?

Trauermücken sehen Fruchtfliegen sehr ähnlich. Sie sind unglaublich klein. Trauermücken sind aber etwas länglicher und dunkler als Fruchtfliegen. Ihrer dunklen Färbung verdanken sie den Namen: wer schwarz trägt, ist in Trauer.

Tipp: Gelb vermeiden

Gelbstecker Klebefalle
Gelbsticker von Sophia4justice. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0.

Trauermücken reagieren stark auf gelbe Dinge. Darum sind Gelbstecker-Klebefallen auch so effektiv: sie sind in einer Signalfarbe, die den schlecht sehenden Insekten einen großen Blütenreichtum vorgaukeln.

Wenn man Trauermücken im Haus hat, sollte man also zusehen, tatsächlich gelb blühende Pflanzen zu isolieren. So entfalten die Gelbsteckerfallen ihre Wirkung besser.

Wer in heißen Ländern schon mal mit gelber Kleidung unterwegs war, kennt das selbst: nach einer Weile ist man voll mit Fluginsekten.

Langzeitschutz gegen Trauermückenbefall

Wer dauerhaft mit Trauermücken und ihrer Schadwirkung an Pflanzen zu kämpfen hat, kann sein Abwehrarsenal aufstocken: anstatt die ausgewachsenen Fluginsekten aus der Luft mit Klebefallen abzufangen, kann man auch gegen die Larven selbst vorgehen und die Erde präparieren.

Die Larven zu töten hilft natürlich nicht gegen die fliegenden Insekten. Da muss man trotzdem auf Gelbstecker zurückgreifen. Es bietet sich also eine Kombination aus Klebefallen und den folgenden Techniken an, wenn man unter starkem und dauerhaften Befall leidet.

Blumenerde mit Bakterien spicken

Der sogenannte Bacillus thuringiensis israelensis produziert Giftstoffe, die in der Verdauung der Insekten wirken. Das Wirtsinsekt erliegt den Wirkungen auf seinen Stoffwechsel. Das Bakterium produziert also während der Sporenbildung im Inneren des Insekts ein Insektizid für Trauermücken.

Bakterien müssen von den Larven also verspeist werden, um zu wirken. Dann wirken sie aber tödlich. Bakterien sind bekanntermaßen klein. Für mich bleibt bei dieser Methode unklar, wie man so die Erde von Topfpflanzen in Haus und Garten effektiv schützen soll. Man soll die Bakterien gering dosieren. Aber erwischt man dann auch schnell genug die Larven?

Nematoden: Fressfeinde der Trauermückenlarve

Der Fadenwurm Steinernema feltiae frisst gern die Larven der Trauermücke.

Der Vorteil von Fadenwürmern ist, dass sie ihre Beute suchen und infizieren. Das ist ein großer Unterschied zum Einsatz von Bakterien: man ist nicht darauf angewiesen, dass die kleinen Larven zufällig dort entlang kommen, wo Bakterien sind, und diese selbst fressen.

Wie gut Nematoden dabei sind, große Mengen von Trauermückenlarven aufzuspüren, kann ich nicht sagen. Ich halte es bei der Größe der Fadenwürmer für unwahrscheinlich, dass sie pausenlos und bei hoher Geschwindigkeit auf der Suche nach Larven sind. Ich stelle mir das eher gemütlich vor, zumal in befallenen Larven 1–3 Generationen heranwachsen, bevor der Wirt verlassen wird. Also werden auch den Fadenwürmern einige Larven durch die Lappen gehen.

Persönliche Bedenken

Ich empfehle grundsätzlich keine Pestizide. Zum Glück ist man auf diese auch nicht mehr angewiesen: biologische statt chemische Kriegsführung ist sauberer und weniger schädlich für gefährdete Jungpflanzen. Aber auch bei biologischen Mitteln sollte man nicht zu naiv sein und sich die Bude voll mit Bakterien und Nematoden pumpen.

Die Nematoden fressen die Trauermückenlarven. Aber was machen die Nematoden, wenn die Larven aufgefressen sind? Sterben sie dann selbst oder machen sie sich vorher auf die Suche nach neuen Fressgründen? Sollte man als Allergiker vorsichtig sein? Oder könnten mehr Fadenwürmer sogar gegen Allergien helfen?

Die Bakterien sind ein noch subtilerer Eingriff in das Milieu der Pflanzenerde. Verändert man durch Beigabe der Bakterien vielleicht den Zersetzungsprozess der Erde selbst, oder beeinträchtigen sie in zu hoher Dosis den Pflanzenstoffwechsel? Schaden wir unseren Pflanzen also dadurch, dass wir die Erde für Larven zu gefährlich machen?

Ich halte beide Lösungen grundsätzlich für ungeeignet in normalen Wohnräumen bei normalem Befall. Es reicht oft auch aus, gute Blumenerde beim Umtopfen zu verwenden und geschlüpfte Insekten mit Gelbsteckern abzufangen.

Wenn man hartnäckigen Dauerbefall hat, bietet sich der Langzeitschutz durch biologische Fressfeinde oder Bakterien zwar an. Allerdings ist den meisten von uns mit Gelbsteckern gegen den akuten Befall schon geholfen.

Wer auf großen Flächen, im Garten oder im Wintergarten starken Befall hat, kann mit diesem biologischen Mittel gut arbeiten, um längerfristig Ruhe zu bekommen. Gerade in Wintergärten, wo die natürlichen Fressfeinde der Trauermücken nicht hinkommen, kann das sehr nützlich sein.